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2008 - Internationales Jahr des Erdapfels

Die FAO (Food and Agriculture Organization) der Vereinten Nationen rief 2008 zum "Internationalen Jahr des Erdapfels" aus, um die enorme Bedeutung dieser Erdfrucht im Kampf gegen Hunger, Armut und Umweltgefahren ins Bewusstsein der Weltbevölkerung zu rücken. In nahezu allen Ländern der Erde finden jeweils zur regionalen Erntezeit Aktivitäten rund um diese "tolle Knolle" statt.

Ernährung für die wachsende Weltbevölkerung sichern
In den nächsten zwei Jahrzehnten wird die Weltbevölkerung durchschnittlich um 100 Millionen Menschen pro Jahr wachsen und den Höchststand aller Zeiten erreichen. Mehr als 95% dieses enormen Bevölkerungswachstums wird in den Entwicklungsländern stattfinden, wo voraussichtlich auch die Not an Boden und Wasser am größten sein wird. Eine der Hauptaufgaben ist es deshalb für die internationale Staatengemeinschaft, die Lebensmittelversorgung für die gegenwärtige und die künftigen Generationen zu gewährleisten. Dies alles soll gleichzeitig aber auch unter größtmöglicher Schonung der natürlichen Ressourcen und der Umwelt geschehen.

Der Lebensmittel-Weltmarkt im totalen Umbruch
Bis in die 90iger-Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden die meisten Erdäpfel in Europa, Nordamerika und den früheren Staaten der Sowjetunion angepflanzt und auch konsumiert. Seit damals hat sich der Weltmarkt völlig verändert. Die Asiaten, Afrikaner und Lateinamerikaner haben für sich den Erdapfel als wichtige Nahrungsquelle entdeckt. Das Reisland China ist mittlerweile der größte Erdapfel-Produzent der Welt. Rund ein Drittel der gesamten Ernte wird in China und Indien eingefahren. Was aber den Pro-Kopf-Verbrauch betrifft, waren und bleiben die Europäer die absoluten Spitzenreiter.

Beispielloser Erdapfel-Siegeszug rund um die Welt
Von den Anden in Peru aus startete der Erdapfel vor mehr als 8.000 Jahren seinen beispiellosen Siegeszug um die Welt. Von dort wurde er im 16. Jahrhundert von den Spaniern nach Europa gebracht und zum Teil auch mit politischem Druck zur Ernährung der Bevölkerung verbreitet. Heute wird die Knolle weltweit auf einer Fläche von mehr als 195.000 km² gezogen: vom chinesischem Yunnan Plateau über die subtropischen Tiefländer Indiens bis zu den Hochländern Javas am Äquator oder auch den Steppen in der Ukraine. Gemessen an der reinen Erntemenge belegt der Erdapfel Platz 4 unter allen Feldfrüchten. Im Jahr 2006 wurden weltweit 315 Millionen Tonnen dieser Knolle produziert. Mehr als die Hälfte davon wurde in Entwicklungsländern geerntet.

Schmackhafte Waffe gegen Armut und für mehr Natur
Der Erdapfel ist bestens dafür geeignet, auf kleinen und kleinsten Flächen gezogen zu werden und auch dort einen Ertrag zu liefern, der im Stande ist, eine ganze Familie zu ernähren. Besonders in armen Ländern mit nur geringer Landausstattung der Kleinbauern ist dies ein wichtiges Argument. In vielen Ländern ist die Feldbestellung auch Aufgabe der Frauen, die mit ihrer Arbeit einen beträchtlichen Beitrag zum Familieneinkommen leisten können und damit auch an Wertschätzung und Anerkennung gewinnen. Bei ständig steigender Landflucht, allgemein zunehmendem Wohlstand und kontinuierlich steigendem Bedarf an Lebensmitteln stellen so nahrhafte Feldfrüchte wie der Erdapfel für ihre Erzeuger eine zunehmend interessante Einnahmequelle dar und sind im Idealfall sogar in der Lage, den Weg aus der Armutsfalle zu weisen. Außerdem ist der Erdapfel ein sehr unkompliziertes Gewächs und gedeiht fast überall Bei richtigem Anbau ist er auch eine sehr Boden schonende Pflanze, die der Natur kaum Belastungen auferlegt. Der Erdapfel ist weltweit in einer Sortenvielfalt von mehreren Tausenden in unglaublichen Formen, Farben, Geschmacksnuancen und Zubereitungsmöglichkeiten vorhanden. Diese Vielfalt trägt auch maßgeblich zur Biodiversität und Stabilität unserer Umwelt bei.

Gegen Hunger und Übergewicht
Kalium, Magnesium, Vitamin C - das sind die Substanzen, die Erdäpfel so gesund machen. 2 bis 3 Erdäpfel decken bereits ein Viertel des Tagesbedarfs an Magnesium und die Hälfte des Tagesbedarfs an Vitamin C, das die Abwehrkräfte stärkt. Beim Kaliumgehalt ist die Knolle überhaupt Spitzenreiter und übertrifft sogar die Banane. Wegen des hohen Vitamin C - Gehaltes wird der Erdapfel auch "Zitrone des Nordens" genannt. Erdäpfel erhalten noch eine Fülle weiterer gesunder Stoffe, von wertvollen Kohlehydraten über Ballaststoffe bis hin zu wichtigen Vitaminen der B-Gruppe. Bereits vor 8.000 Jahren halfen sie den Inkas, in den rauen Höhen von 4.000 Metern zu überleben. "Die nahrhaften und gesundheitsfördernden Eigenschaften der tollen Knolle werden jetzt im ‚Internationalen Jahr des Erdapfels' von der FAO ins Rennen gegen den Hunger und die Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern geschickt. Paradoxer Weise sind es genau die gleichen Eigenschaften des Erdapfels, die auch in der westlichen Überflussgesellschaft eingesetzt werden, dort aber gegen Übergewicht und zur Unterstützung einer ausgewogenen Ernährung. Vorbei sind nämlich die Zeiten, in denen Erdäpfel als Dickmacher galten. Mit nur 70kcal/100g enthalten sie wenig Kalorien. Ihr hochwertiges Eiweiß versorgt den Körper mit Energie, ihr Gehalt an Stärke macht schnell satt.

Österreich im Jahr des Erdapfels
Der Selbstversorgungsgrad mit Erdäpfeln liegt in Österreich bei 96%, der Jahres-Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 54 kg. Auf cirka 13.500 Hektar wird diese Feldfrucht bei uns angebaut, rund 50 % von vermarktungsfähigen Erdäpfel tragen davon tragen das AMA-Gütesiegel. Hauptanbaugebiete sind Niederösterreich und Oberösterreich. AMA-Maßnahmenschwerpunkte für 2008 sind eine TV-Schwerpunktwoche und Inseratenkampagne, die Neu- bzw. Wiederauflagen von Erdäpfel-Broschüren und dem Erdäpfel-Kochbuch. Aktivitäten mit der Gastronomie zur Verstärkung der Präsenz in der Gourmetküche, Schaukochen, verstärkte Auslobung der entsprechenden Genuss-Regionen, POS (Point of Sales)-Aktivitäten direkt im Lebensmittelhandel wie etwa Verpackungs-Beileger mit Infos zu Sortenvielfalt, Ernährung, Zubereitung und Lagerung.


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