| Heurige: Der Oberösterreicher "is(s)t" anders
Bei den Erdäpfeln gewinnt der Heurige als Delikatess immer mehr an Bedeutung. Der Oberösterreicher schätzt die Besonderheiten des Heurigen: frühreif, zart, und loser Schale. Die Europäer - besonders die Deutschen - essen anders. Dort geht der Trend zu schalenfester, ausgereifter Ware. Durch das Kochen hat der EHEC-Erreger bei Erdäpfel keine Bedeutung.
Frühzeitigste Erdäpfel-Ernte der Geschichte
Die Ernte der neuen Erdäpfel-Saison begann so früh wie noch nie. Breits um den 20. Mai wurden für den Ab-Hof-Verkauf die ersten Heurigen geerntet. Die leichten Schwemmland-Böden des Eferdinger Beckens und das milde Klima verschafften diesen Ernte-Vorsprung. „Wir waren auch heuer wieder österreichweit die Ersten im Handel“, so der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Ewald Mayr. Die Ernteverfrühung wird durch das Bedecken mit Vliesen oder Folie erreicht. Dieser Maßnahme hat heuer die Pflanzen vor dem außergewöhnlichen Spätfrost Anfang Mai geschützt, der im Eferdinger Becken bei vielen Kulturen (z.B. Erdbeeren) Schäden bereitete.
In den übrigen Anbaugebieten in Oberösterreichs (Mühlviertel, Sauwald, Welser Heide) beginnt die Ernte um den 15. August.
Junge Eferdinger nur bis 31. Juli in den Geschäften erhältlich
Der“ Junge Eferdinger“ wird in den Geschäften mit einer eigenen Banderole angeboten. Die Zeit der „Jungen Eferdinger“ im Handel und Ab-Hof bei den Bauern ist beschränkt, da sie nur bis 31. Juli vermarktet werden.
Österreicher setzt auf Heurige mit loser Schale
Klein, zart und der intensive Geschmack charakterisiert die ersten „jungen Eferdinger“. Die frühreifen Knollen sind nur mit einer zarten Schale bedeckt. Diese Schale löst sich meist oder teilweise beim Waschen. Dadurch ist natürlich die Haltbarkeit eingeschränkt. Nur ca. 10 - 14 Tage sind die Knollen haltbar.
Diese Besonderheit der Heurigen – die losen Schalen - sieht der deutsche Handel als Manko. Deshalb werden in Deutschland nur noch schalenfeste Erdäpfel vermarktet. Somit entgeht den Deutschen der zart-nussige Geschmack der jungen Knollen.
EHEC-Keime bei Erdäpfel kein Thema
EHEC-Keime bei Gurken und Salat verunsichern die Konsumenten. Die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) in Österreich bestätigt, dass der Genuss von Erdäpfeln jedoch unbedenklich ist. Als unbedenklich gilt Gemüse, das erhitzt wird. Um EHEC-Keime unschädlich zu machen, reichen laut der Agentur bereits 70 Grad über einen Zeitraum von 10 Minuten aus. Erdäpfeln werden meist bei Temperaturen um 100 Grad über einen Zeitraum von zumindest 15 Minuten gekocht. Somit können Erdäpfel ohne Bedenken gegessen werden.

Manfred Schauer und Ewald Mayr
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